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Presse: Kompazz: Förderschüler lernen Berufsfelder kennen |
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Wie eine unüberwindbare Hürde steht sie da, die Frisierpuppe. Cebral
und Marc (beide 15) schauen den Styropor-Kopf mit Haaren voller Skepsis
an. Dass sie als "echte Kerle" es hinbekommen sollen, aus dieser langen
brünetten Mähne eine Flechtfrisur zu zaubern, erscheint den
Neuntklässlern der Heinrich-Neumann-Schule nahezu unmöglich. "Mal
sehen", sagt Cebral und nimmt eine Strähne in die Hand.
Foto: Michael Sieber
Beim "Talentlabor", das die Kompetenzagentur "Kompazz" gestern
erstmals in der Gelben Villa eingerichtet hatte, sollen die
Förderschüler ihre Stärken und Schwächen erkennen, Talente entdecken.
"Um es bei der Berufsorientierung leichter zu haben", sagt
"Kompazz"-Leiter Andreas Wetter. Elf Stationen durchlaufen die Neunt-
und Zehntklässler insgesamt. Sie falten Servietten, decken Tische ein,
schnippeln Gemüse, simulieren einen Kassensturz oder bauen
Metallgebilde - jeweils eine Viertelstunde lang. Auf einem Laufzettel
notieren sie, ob ihnen die Aufgabe gefallen hat oder nicht.
Stärken und Schwächen entdecken können Schüler schon seit Jahren
bei den Kompetenztests von "Kompazz". "Dass sie aber so viele Stationen
durchlaufen und alles ausprobieren, ist neu", sagt Andreas Wetter. Und
schon die Premiere brachte Überraschungen ans Licht: "Einige Jungs
haben ihre Liebe zum Serviettenfalten und zum Tische Dekorieren
entdeckt."
Karsten Bach, Berufswahlkoordinator der Heinrich-Neumann-Schule,
weiß Projekte wie das Talentlabor zu schätzen: "Viele unserer Schüler
sind unsicher und kennen ihre Stärken überhaupt nicht", berichtet der
Förderschullehrer. "Da hilft so ein Tag weiter." Und: "Kombiniert mit
einem Praktikum zum Ende der zehnten Klasse hat das neu geweckte
Interesse für einen Beruf so Manchem schon zu einem Ausbildungsplatz
verholfen."
Frisör, das steht nun fest, wollen Cebral und Marc sicher nicht
werden. Dafür hat Leo (15) die Küchenarbeit für sich entdeckt. Mit
Akribie schält er eine Möhre, die später mit einem würzigen Dipp auf
den Tisch kommen soll. "Das wäre schon was, in der Gastronomie zu
arbeiten", sagt er. Und da muss Leo auch schon weiter - zum
Haaremachen.
Remscheider General-Anzeiger vom 01.09.2010 (Anja-Carolina Siebel)
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Presseartikel: Talentsuche im Akkord |
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Es hat ein bisschen was von Speed-Dating, nur geht's statt um die
Partner- um die Berufswahl: Beim "Talentlabor" des Projektes Kompazz
wechseln Jugendliche alle 15 Minuten die Stationen, an denen sie ihre
Talente testen können.
Foto: Nico Hertgen(BM)
Hicham (15) will Elektroniker werden. Das weiß der Schüler schon ganz
genau, obwohl er ja noch ein bisschen Zeit hat, bis er sich auf einen
Ausbildungsplatz bewerben muss. Der Neuntklässler bleibt auch bei
seinem Berufswunsch, nachdem er einmal in den Beruf des Koches
hineingeschnuppert hat. Zusammen mit Schulkamerad Leo (15) hat er
Gemüse geputzt und für einen Dipp in schmale Streifen geschnitten. Aus
dem Backofen dringt schon der Duft von Pizzabrötchen. Dann ertönt eine
Trillerpfeife. Stationswechsel. Hicham streift die Gummihandschuhe ab
und geht in den nächsten Raum. So wie Hicham testeten gestern insgesamt
elf Neunt- und Zehntklässler der Heinrich-Neumann-Förderschule ihre
Talente im ersten Talentlabor, das die Projekt-Gruppe "Kompazz" von der
Kraftstation in der Gelben Villa organisiert hat.
Ungewohntes ausprobieren
An zehn Stationen – jede dauert 15 Minuten – konnten
die Jugendlichen Dinge versuchen, die ihnen bislang fremd waren. Etwa
Servietten falten und einen Tisch eindecken wie ein Restaurantfachmann,
Essen zubereiten wie ein Chefkoch oder sogar Frisuren machen, wie ein
Friseur. "Das war für viele ganz neu. Beim Zöpfeflechten gab es einige,
die gar nicht wussten, wie sie die Strähnen zu halten haben und andere,
bei denen ging das ruckzuck", berichtet Diana Mucha, Diplom-Psychologin
bei Kompazz. Für Lehrer Karsten Bach, neben Andrea Plum der zweite
Berufswahlkoordinator der Förderschule, der die Schüler begleitet, ist
der Auftakt des Talentlabors ein Erfolg. "Wir können in der Schule
immer die Jugendlichen nur zu einem gewissen Grad erreichen. Wer schon
schulische Misserfolge hat, für den ist alles was mit dem System Schule
zusammenhängt, schon vorbelastet", sagt Bach. Kompazz hilft von außen
mit seinem fünfköpfigen Team. Aus den Kompazz-Mitteln finanziert sich
auch das Projekt, das erst einmal auf ein Jahr angelegt ist und
mehrmals stattfinden soll. Danach ist die Finanzierung nicht mehr
gesichert, es droht ein Loch von 100 000 Euro .
Hicham beißt genussvoll in sein Pizzabrötchen. "Es
hat schon Spaß gemacht, das Essen zu machen", sagt er. Aber Koch will
er trotzdem nicht werden. Das muss er auch nicht. Wichtig ist laut
Betreuungslehrer Bach vielmehr, dass der Junge das für sich ausgetestet
hat. "Und er hat ja noch zwei Block- und ein Langzeitpraktikum vor
sich." Eines davon wird er sicher versuchen, in seinem Wunschberuf zu
bekommen, das andere vielleicht doch bei einem Koch.
Geld und Geldgeber
Finanzierung Kompazz braucht jährlich 267 000 Euro, 45 Prozent
kommen aus dem Europäischen Sozialfonds, 20 Prozent von der Arge und 55
Prozent aus Landes- und kommunalen Mitteln.
Förderung Bundestagsmitglied Thomas Hardt (CDU), der das Projekt
besuchte, kündigte an, sich einzusetzen, da die Stadt ihren Anteil
nicht garantieren kann.
Bergische Morgenpost vom 01.09.2010 (Desiree Linde)
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Remscheider Endspiel: Durch Eigentor ins Abseits? |
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Verliert einen Tag nach dem Aus der Fußball Nationalmannschaft im Halbfinale
der Weltmeisterschaft auch Remscheid die Möglichkeit lebenswert und
chancengerecht zu bleiben?
Trotz der Niederlage gegen Spanien versammelten sich heute über 500
Remscheider Bürger und Bürgerinnen (darunter viele Kinder und Jugendliche) vor
dem Rathaus, um ihrem Unmut Luft zu machen und den Ratsmitgliedern auf dem Weg
zur Abstimmung den richtigen Weg zu zeigen, damit es hinterher
nicht heißt: Remscheid: Durch Eigentor ins Abseits!
AGW und die Jugendverbände riefen zur Protestaktion gegen die Sparpläne am 08.07.2010 auf und
auch wir von der Kraftstation waren natürlich dabei, denn auch unsere Jobs
stehen bei jeder weiteren Einschränkung auf dem Spiel. Dass Jugendarbeit aber
kein Fußballspiel ist, bei dem man auch mal verlieren kann, wollten wir heute
deutlich machen.
Auf der Bühne gaben Nazia und Daniel von der Gelben Villa noch einmal
eindrucksvoll ihren Protestsong zum Besten, bevor die Rapper der
Kraftstation – ebenfalls mit selbstgeschriebenen Texten – lautstark zum
Mitsingen aufforderten. Die Welle e. V. animierte das Publikum zu
einem Tanz-Flash-Mob und auch die Musik- und Kunstschule zeigte, wie wichtig diese
Einrichtung zur musischen Förderung von Kindern und Jugendlichen ist. Die Kitas der Kraftstation versammelten
sich – gekleidet in Jutesäcken – um als Bettler deutlich zu machen, was es
heißt, an den Jüngsten zu sparen. Mehrere Einrichtungen ließen Luftballons
steigen, mit Wünschen für die Zukunft und auch Kompazz verdeutlichte mit einem
Wunschbaum, was sich Kinder und Jugendliche für ein lebenswertes Remscheid
wünschen. Gleichfalls wurden gegen die Politiker und den Abbau sozialer Leistungen die gelbe
und noch häufiger die rote Karte
gezogen.
Kurz vor Beginn der Ratssitzung wurden Konzepte aus der Jugendarbeit
verbrannt, deren Asche in einer Urne im Anschluss direkt an Oberbürgermeisterin
Beate Wilding übergeben wurde. Weitere Einsparungen bedeuten für viele
Angebote und / oder Einrichtungen das Ende. Angebote, die für viele Kinder und
Jugendliche eine Hilfe auf dem Weg in eine lebenswerte und chancengerechte
Zukunft bedeuten.
Seit vielen Jahren versuchen wir – die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in
der Jugendsozialarbeit - Kürzungen mit kreativen Ideen, viel persönlichem
Einsatz und vor allem mit der Überzeugung, dass Remscheid es Wert ist,
entgegenzutreten. Ja, Remscheid ist pleite, aber ist es nicht sinnvoll, an
dieser Stelle die zu unterstützen, die ob der desolaten Lage ihre
Einsatzbereitschaft nicht verlieren, um Kindern und Jugendlichen dabei zu
helfen, einen optimistischen Weg in die Zukunft einzuschlagen.
Schlimmer als eine Niederlage, weil der Gegner stärker ist, sind eigentlich
nur Niederlagen durch Eigentore.
Eine Niederlage ist zu verkraften, aber wenn einem die Füße genommen werden,
sind auch keine Tore mehr drin. Gebt dem Nachwuchs und der Jugendsozialarbeit
die Chance noch mehr Eigentore zu verhindern. Wir wünschen uns einen Sieg für
Remscheid, wir wollen noch viele Tore schießen und Erfolge feiern – lasst uns
nicht Ausscheiden!!!
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WDR berichtet über Kompazz und einem Jugendlichen aus dem Case Management |
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Am 05.07.2010 wurde ein
Bericht über einen Teilnehmer von Kompazz im WDR in der "Aktuellen
Stunde" gesendet. Neben einem kleinen Einblick über die Vergangenheit von
Marc Stursberg und der Hilfe von Case Managerin Anja Bruger von Kompazz zeigte
der Bericht, wie es Marc auch durch die Hilfe der Spedition Flesche gelungen
ist, die Geister seiner Vergangenheit hinter sich zu lassen und mit viel Enthusiasmus
in einer erfolgreiche Zukunft zu starten. Seit Mai diesen Jahres hat er dort
einen unbefristeten Arbeitsvertrag. In einem anschließdenen Interview appelierte Projektleiter Andy Wetter noch einmal an die Betriebe, "schwierigen" Jugendlichen doch häufiger eine Chance zu geben. Es lohnt sich, wie man sieht.
Dieses Beispiel zeigt sehr
gut, was alles in einem tollen Netzwerk der Jugendsozialarbeit, ortsansässiger
Betriebe und anderen Einrichtungen in Remscheid geleistet werden kann. Viele
weitere solcher erfolgreicher Beispiele zeugen von einer guten Zusammenarbeit
und zeigen, was wir gemeinsam erreichen können.
Hier geht’s zum Bericht:
http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2010/07/05/lokalzeit_bergisches_land.xml?offset=224&autoPlay=true
Wir von Kompazz sind froh über die konstruktive Zusammenarbeit in unserem
Netzwerk in Remscheid.
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Jugendliche von Kompazz trafen die Familienministerin in Berlin |
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Am 22.06.2010 war es soweit: Als „kleine Belohnung“ für eine
erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kompazz durften vier Jugendliche (Kathy, Christina,
Hakan und Tom) zusammen mit Andy Wetter und Diana Mucha nach Berlin zum
Aktionstag JUGEND STÄRKEN in Berlin. Kompazz war vom Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend neben fünf anderen Kompetenzagenturen aus Deutschland und
verschiedenen anderen Projekten aus dem Programm JUGEND STÄRKEN eingeladen
worden seinen Bewerbungscomic zu präsentieren.
Die Jugendlichen waren dann am 23.06.2010 den ganzen Tag als
Walking Act auf der Messe unterwegs, um auf Schreibtafeln Jugendstärken zu
sammeln und den Comic unter die Menge zu bringen. Über 500 Besucher aus Politik,
Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden waren auf der Messe zugegen, um
sich einen Einblick in die Projekte zu verschaffen und intensive Gespräche mit
den Beteiligten zu führen. Bereits bevor Familienministerin Kristina Schröder
den Aktionstag eröffnete, konnten unsere Jugendlichen ein ausführliches Gespräch
mit ihr führen und ihr den Comic überreichen. Sie zeigte sich sehr
interessiert, fragte viel nach und lobte den Comic als gelungen und
jugendgerecht. Im Gegensatz zu manch Anderem, der lange überlegen musste,
welche Stärken Jugendliche denn so mitbringen, fiel Frau Schröder sofort etwas
ein. „Optimistisch“ war ihre spontane Aussage, die sie auch sofort auf der Tafel
verewigte.
Insgesamt waren auch auf dieser Messe wieder viele Leute vom
Comic begeistert. Absolutes neues Highlight waren die Taschen, in denen die Comics
beim Verteilen steckten.
Kein Besuch in Berlin ohne Sight-Seeing: Natürlich ging es
nach der Messe trotz schmerzender Füße auf die Fan-Meile am Brandenburger Tor,
um die deutsche Mannschaft beim Einzug ins Achtelfinale moralisch zu
unterstützen. Am 24.06.2010 wurde dann noch der Fernsehturm erklommen, bevor es
zurück nach Remscheid ging.
Wir alle hatten drei stressige, aber wundervolle Tage in
Berlin und das Kompazz-Team dankt Kathy, Christina, Hakan und Tom für ihre
tatkräftige Unterstützung.
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